Ich bin ein Berliner

Paul M Friedrich

1963 war ein Amerikaner in Berlin. Präsident John F. Kennedy. Sein legendärer Satz ist uns bis heute im Gedächtnis geblieben: „Ich bin ein Berliner.“ Alle haben es damals gehört. Verstanden haben wir allerdings etwas ganz anderes: „Ich bin ein Benziner.“ Das haben wir zutiefst verinnerlicht.

Ich bin ein Benziner

Benzin gehört einfach zu unserer DNA – wie Blut. Benzin steht im Verdacht, süchtig zu machen, und gehört zur Gruppe der Schnüffelstoffe. Es kann sich eine psychische Abhängigkeit entwickeln bei regelmäßigem Gebrauch. Das ist vermutlich auch der Grund, warum wir so gerne tanken. Wen wundert es da noch, dass das Aus für Verbrenner beschlossen wurde? Wir lassen uns das Schnüffeln nicht verbieten. 

Wir lassen uns das schnüffeln nicht verbieten

ClimateWarrior für Pixabay

Und weil Benziner schädliche Emissionen freisetzen, wurden E-Autos erfunden. Die sind einfach langweilig und es entsteht beim Laden mit Strom kein spezifischer Geruch. Zudem hört man E-Autos kaum. Das ist doch gefährlich. Wer will das schon? 

Malaienadler für Pixabay

600 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr

Das ist die Summe aller Emissionen in Deutschland. Der gesamte Verkehrssektor verursacht etwa 140–150 Millionen Tonnen/Jahr. Aber weil wir von unserer Sucht nicht loskommen und E-Autos schlecht bis gar nicht riechen, brauchen wir einen Kompromiss. Wir Benziner senken die Emissionen, und zwar radikal, ohne zu den Waffen zu greifen. 

geralt für Pixabay

Wir fahren einfach langsamer. Benziner und Stromer cruisen Stoßstange an Stoßstange durch das Land. 

Tempo 100 auf Autobahnen und 80 auf Landstraßen

ClimateWarrior für Pixabay
Luchs für Pixabay

Wenn wir uns daran halten, sparen wir pro Jahr 11–12 Millionen Tonnen CO₂ ein. Das ist eine seriöse Berechnung, sogar vom Umweltbundesamt festgestellt. Wenn dann flächendeckend 30er-Zonen innerorts ausgewiesen werden, kommen wir auf realistisch 15–16 Millionen Tonnen eingesparter CO₂-Emissionen. Rund 10 Prozent der heutigen Verkehrsemissionen. Oder 2–2,5 % der gesamten Emissionen. Und den Erdüberlastungstag könnte man damit um 2–3 Tage nach hinten verschieben. Das ist doch ein Pfund!

Noch einmal zurück zu den E-Autos. Welchen Beitrag leisten die Stromer, außer dass sie die Stromnetze überlasten? Es gibt da eine kleine Idee …

Malaienadler für Pixabay

Solidarität

Wir werden solidarisch. Das klappt seit der Corona-Krise. Wenn wir etwas richtig gut können, ist es, Solidarität zu zeigen, wenn es drauf ankommt. Und jetzt kommt es wieder darauf an, solidarisch zu sein. Benziner und Stromer binden ihre Gaspedale zusammen und fahren beide nicht mehr als 100 auf der Autobahn. Wenn wir uns auf der Autobahn begegnen, kurbeln wir die Fenster runter und applaudieren uns gegenseitig.

Beide Antriebsarten bauen bei Tempo 100 mehr Stress ab. Wir werden insgesamt gelassener. Wir kommen viel entschleunigter ans Ziel und steigern unsere persönliche Energie. Sagte nicht John F. Kennedy damals auch diesen Satz?

Fragt nicht, was euer Klima für euch tun kann – fragt, was ihr für euer Klima tun könnt.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Nach oben scrollen